Lieferantenbewertung - eine einfache Möglichkeit mit der SWOT-Analyse

Lieferantenbewertungen sind als Entscheidungsgrundlage innerhalb des Lieferantenmanagements und auch darüber hinaus sehr wichtig. Durch die Lieferantenbewertung lassen sich notwendige Schritte zum Erreichen einer stabilen, qualitativ hochwertigen und flexiblen Lieferantenbasis ableiten. Dabei muss die Lieferantenbewertung nicht immer aus umfangreichen Datenanalysen entstehen. Wie eine einfache Lieferantenbewertung mit einer SWOT- Analyse erstellt werden kann und wie daraus Maßnahmen zur Verbesserung der Lieferantenleistung erarbeitet werden können, zeigt der heutige Artikel hier auf dem Lieferantenmanagement-Blog.

Grundlagen der Lieferantenbewertung

Die Lieferantenbewertung ist neben der Lieferantenauswahl und Lieferantenentwicklung eine der Hauptaufgabengebiete des Lieferantenmanagements. Bei der Lieferantenbewertung werden die Lieferanten anhand von definierten Kriterien bewertet. Mögliche Kriterien innerhalb des Lieferantenmanagements habe ich ja bereits in meinem Einführungsartikel zum Lieferantenmanagement beschrieben. Solche Kriterien können zum Beispiel die Qualität der gelieferten Teile, Termintreue oder auch die Kompetenz bei bestimmten Technologien sein.

Anhand dieser Bewertung können dann gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Lieferantenleistung und damit zum Erreichen der gesteckten Ziele definiert und deren Wirksamkeit nachgewiesen werden.

Umfang einer Lieferantenbewertung

Der Versuch, für alle relevanten Kriterien belastbare Kennzahlen zu definieren und auszuwerten scheitert oft bei der Umsetzung. Um einen guten Überblick über die vorhandene Lieferantenbasis zu erhalten reicht oftmals aber eine sehr einfache Methode zur Lieferantenbewertung aus.
Die Bewertung anhand von weichen Faktoren, den Befähigern (engl. enabler) anhand einer SWOT- Analyse führt oftmals zu schnellen und dennoch sehr genauen Ergebnissen.

Diese Methode möchte ich im Folgenden vorstellen.

Was ist eine SWOT- Analyse

Eine SWOT- Analyse ist eine verbale Auswertung verschiedener Faktoren und wird häufig in der strategischen Analyse von Unternehmen angewandt.
SWOT ist eine Abkürzung und steht für:

  • Strengths (Stärken)
  • Weaknesses (Schwächen)
  • Opportunities (Chancen)
  • Threats (Risiken)

Eine SWOT- Analyse stellt also Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken gegenüber.

Konnten Aussagen zu allen vier Bereichen getroffen werden, wird nun versucht über eine weitere Analyse Maßnahmen abzuleiten.

  • SO - Können Chancen durch vorhandene Stärken realisiert werden?
  • ST - Können Stärken genutzt werden, um vorhandene Risiken zu minimieren?
  • WO - Gibt es Möglichkeiten, um aus Schwächen, Chancen zu entwickeln?
  • WT - Bestehen Risiken, die durch Schwächen verstärkt werden?

Nach der Durchführung der Analyse entsteht dadurch eine Lieferantenbewertung mit definierten Verbesserungsmaßnahmen.

Wie kann die SWOT- Analyse zur Lieferantenbewertung genutzt werden?

Für eine SWOT- Analyse werden nicht zwangsläufig Kennzahlen benutzt. Die Grundlage für die Bewertung der Lieferanten liegen hier in den weichen Faktoren. Also subjektiven Einschätzungen zu den jeweiligen Kriterien. Um die Lieferantenbewertung dennoch so objektiv wie möglich zu gestalten, sollte ein Team gebildet werden. Zu diesem Team sollten Mitarbeiter gehören, die zu den jeweiligen Kriterien Aussagen treffen können. Beispielsweise könnte das Team zur Lieferantenbewertung aus einem Einkäufer (Preis), einem Disponenten (Termintreue), einem Technologen (in der Weiterverarbeitung aufgetretene Probleme) sowie einem Mitarbeiter der Wareneingangskontrolle (Reklamationshäufigkeiten) bestehen.

Nun werden Aussagen zu allen Kriterien für den zu bewertenden Lieferanten gesammelt und in die 4 Bereiche der SWOT- Analyse eingetragen.

Beispielsweise könnte eine SWOT- Analyse wie folgt aussehen:

Beispiel Lieferantenbewertung durch SWOT

Aus dieser Bewertung des Lieferanten ergibt sich zum Beispiel, dass durch die "neue Produktionslinie ab Juni" mehr Bauteile zu niedrigen Grundpreisen und hoher Termintreue bei diesem Lieferanten bezogen werden könnten. Als Maßnahme leitet sich daraus ab, dass die Verlagerung anderer Produkte zu prüfen ist.

Zusammenfassung

Nicht immer muss eine Lieferantenbewertung auf Grund einer umfassenden Datenanalyse erstellt werden. Die Bewertung der vorhandenen Lieferanten mittels der SWOT- Analyse bietet dazu eine sehr einfache und schnell umzusetzende Möglichkeit.
Dennoch müssen auch hier die Rahmenbedingungen wie zum Beispiel die Festlegung der zu bewertenden Kriterien geschaffen werden.

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Kommentare

Aus der SWOT Analyse, die die Stärken & Schwächen sowie die Chancen & Risiken zusammenführt ergeben sich vier Strategien, die ich hier aufgelistet habe: http://marketinginstrumente.net/marketing-analysen/swot-analyse/

Hallo Tom,
danke für deinen Beitrag. Ist sehr interessant, wie vielfältig ein so einfaches Tool eingesetzt werden kann.
Ich bin übrigens der Meinung, dass man nicht nur Maßnahmen aus der SWOT- Analyse ableiten kann, sondern sogar muss :)

Guter Artikel und gute Überführung ins Thema Lieferanten-Scoring. Das kritische an der Sache hast du ja selbst schon genannt: "Dennoch müssen auch hier die Rahmenbedingungen wie zum Beispiel die Festlegung der zu bewertenden Kriterien geschaffen werden."

Vielen Dank für deinen Kommentar :)
Tja, ohne dass der strategische Regelkreis funktioniert, lässt sich ein Unternehmen eben schlecht steuern. Unabhängig von dem Bereich, den man gerade betrachtet.

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